So wird die gesetzliche Rente in Deutschland berechnet

Gewähltes Thema: Berechnung der gesetzlichen Rente in Deutschland. Verstehen Sie die Formel, entdecken Sie Fallbeispiele und holen Sie sich Impulse, wie Sie Ihre Rentenpunkte sichern, Lücken schließen und Ihre Zukunft planbar machen.

Entgeltpunkte: Ihr persönlicher Leistungsnachweis
Pro Jahr erhalten durchschnittlich Verdienende einen Entgeltpunkt, höhere bzw. niedrigere Verdienste ergeben entsprechend mehr oder weniger Punkte. Auch Kindererziehungs- und Pflegezeiten bringen Punkte. Über Jahrzehnte entsteht so ein individuelles Punktekonto als Basis Ihrer Rente.
Zugangsfaktor: Abschläge und Zuschläge beeinflussen den Start
Wer früher in Rente geht, muss mit Abschlägen rechnen, typischerweise 0,3 Prozent pro Monat vor Erreichen der Regelaltersgrenze. Späterer Rentenbeginn bringt Zuschläge, häufig 0,5 Prozent pro Monat. Der Zugangsfaktor spiegelt damit den gewählten Startzeitpunkt wider.
Rentenartfaktor und aktueller Rentenwert
Für die Altersrente gilt in der Regel ein Rentenartfaktor von 1,0. Der aktuelle Rentenwert gibt an, wie viel ein Entgeltpunkt monatlich wert ist. Seit 01.07.2024 beträgt er bundeseinheitlich 39,32 Euro pro Punkt – ein zentraler Hebel in Ihrer Rechnung.

Beispielrechnung: Vom Punkt zum Euro

Angenommen, Sie haben im Laufe Ihres Erwerbslebens 38 Entgeltpunkte gesammelt, erreichen die Regelaltersgrenze ohne Zu- oder Abschläge und beziehen eine reguläre Altersrente mit Rentenartfaktor 1,0. Der aktuelle Rentenwert liegt bei 39,32 Euro.

Beispielrechnung: Vom Punkt zum Euro

Die Formel lautet: 38 Entgeltpunkte × 1,0 Zugangsfaktor × 1,0 Rentenartfaktor × 39,32 Euro Rentenwert. Das ergibt 1.494,16 Euro monatliche Bruttorente. Einfach, transparent, nachvollziehbar – und eine gute Grundlage für Ihre persönliche Planung.

Kindererziehungs- und Pflegezeiten richtig nutzen

Kindererziehungszeiten im Überblick

Für nach 1992 geborene Kinder werden in der Regel drei Jahre Kindererziehungszeit anerkannt, für davor geborene meist zweieinhalb Jahre. Diese Zeiten bringen Entgeltpunkte, obwohl keine regulären Beiträge gezahlt werden. Prüfen Sie Ihren Versicherungsverlauf auf vollständige Einträge.

Pflege von Angehörigen zählt mit

Wer Angehörige zu Hause pflegt, erhält – je nach Pflegegrad und Umfang – Beiträge von der Pflegekasse gutgeschrieben. Das kann spürbare Entgeltpunkte bringen. Wichtig ist die offizielle Meldung und Dokumentation, damit die Zeiten korrekt bewertet werden.

Anekdote: Sabines überraschender Rentenpluspunkt

Sabine entdeckte bei der Kontenklärung, dass die Pflege ihrer Mutter noch nicht erfasst war. Nachträglich anerkannt, brachte das mehrere zusätzliche Zehntel Entgeltpunkte. Ihr Fazit: Dokumente sammeln, Nachweise einreichen und keine gutgeschriebene Zeit verschenken.

Versicherungsverlauf prüfen und Rentenkonto klären

Die jährliche Renteninformation zeigt Ihre bisher erworbenen Entgeltpunkte, Schätzwerte für die künftige Rente und Hinweise zu Annahmen, zum Beispiel konstanten Rentenwerten. Nutzen Sie diese Zahlen als Frühwarnsystem, um Lücken oder Unstimmigkeiten rechtzeitig zu erkennen.

Versicherungsverlauf prüfen und Rentenkonto klären

Beantragen Sie eine Kontenklärung, reichen Sie Nachweise zu Ausbildung, Beschäftigung, Kindererziehung oder Pflege ein und reagieren Sie auf Rückfragen. Je früher die Klärung, desto einfacher die Belege. Am Ende steht ein bestätigter Verlauf – die Basis für eine korrekte Rente.

Versicherungsverlauf prüfen und Rentenkonto klären

Hatten Sie schon Aha-Momente bei der Kontenklärung? Schreiben Sie uns Ihre Tipps oder Fragen zur Berechnung der gesetzlichen Rente. Abonnieren Sie unseren Blog, um Checklisten und neue Rechenbeispiele nicht zu verpassen.

Netto im Blick: Abzüge, Steuern und Planung

Von der gesetzlichen Rente gehen Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung ab. Je nach Krankenkasse und Zusatzbeitrag variiert die Höhe. Prüfen Sie daher immer die Nettoauszahlung, nicht nur die schönen Bruttozahlen in der Beispielrechnung.

Netto im Blick: Abzüge, Steuern und Planung

Der zu versteuernde Anteil der Rente steigt für neue Rentenjahrgänge schrittweise an. Ob und wie viel Steuer anfällt, hängt von Gesamteinkünften, Grundfreibetrag und Werbungskosten-Pauschale ab. Eine individuelle Prüfung verhindert unangenehme Überraschungen.
Almulla-advocates
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